Wer das eigene Zuhause nachhaltig einrichten möchte, braucht keinen kompletten Neustart. Stattdessen zählt jede bewusste Kaufentscheidung. Erfahren Sie, welche Materialien nachhaltige Möbel und Dekoration ausmachen, welche Siegel Orientierung geben und wie auch kleine Details im Raum zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen.
Nachhaltigkeit beginnt im eigenen Zuhause. Jedes Möbelstück und jedes Deko-Objekt hat einen ökologischen Fußabdruck: von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis zur Entsorgung. Die gute Nachricht: Umweltfreundlich wohnen muss weder kompliziert noch teuer sein. Mit durchdachten Entscheidungen schaffen Sie Schritt für Schritt eine Einrichtung, die lange hält und sich gut anfühlt.
Was macht Einrichtungsgegenstände nachhaltig?
Nachhaltig ist ein Möbelstück nicht allein wegen seines Materials. Entscheidend ist der gesamte Lebenszyklus. Stellen Sie sich beim Kauf daher folgende Fragen:
Material: Stammt der Rohstoff aus nachwachsenden Quellen oder aus Recycling?
Herstellung: Wurde das Produkt energiesparend und ohne bedenkliche Schadstoffe gefertigt?
Transportweg: Stammt das Stück aus der Region oder aus Europa? Kurze Wege sparen CO₂.
Lebensdauer: Ist das Produkt robust verarbeitet und zeitlos gestaltet?
Reparierbarkeit: Lassen sich einzelne Teile austauschen oder aufarbeiten?
Entsorgung: Kann das Material am Ende recycelt oder biologisch abgebaut werden?
Ein Produkt muss nicht alle Kriterien gleichzeitig erfüllen. Doch je mehr Punkte zutreffen, desto nachhaltiger ist Ihre Wahl.
Qualität statt Quantität: die Basis nachhaltiger Einrichtung
Der erste Schritt zu einer nachhaltigen Einrichtung ist einfach: weniger kaufen, dafür bewusster. Gut verarbeitete Möbel begleiten Sie oft viele Jahre. Sie müssen seltener ersetzt werden und schonen so Umwelt und Budget. Sogenannte „Fast-Furniture“-Möbel mit kurzer Lebensdauer landen dagegen schnell auf dem Sperrmüll.
Machen Sie vor jedem Kauf eine kleine Bestandsaufnahme. Welche Möbel nutzen Sie täglich? Was fehlt wirklich? Oft lässt sich ein vorhandenes Stück neu kombinieren oder aufarbeiten. Ein neuer Bezug für das Sofa, frisch geölte Holzflächen oder neu lackierte Oberflächen wirken manchmal wie ein neues Möbelstück.
Auch zeitloses Design ist nachhaltig. Klare Formen und ruhige Farben passen zu wechselnden Wohnstilen. So bleibt ein Möbelstück auch nach einem Umzug oder einer Neugestaltung im Einsatz.
Langlebige Möbel aus natürlichen Materialien sind die Basis einer nachhaltigen Einrichtung.
Welche Materialien eignen sich für eine ökologische Einrichtung?
Materialien prägen die Atmosphäre eines Raums. Sie entscheiden aber auch über die Umweltbilanz Ihrer Einrichtung. Diese Werkstoffe eignen sich besonders gut für eine ökologische Einrichtung.
Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und speichert CO₂. Zudem sind Massivholzmöbel robust und lassen sich bei Verschleißerscheinungen abschleifen oder neu ölen. Achten Sie auf eine Herkunft aus zertifizierter Forstwirtschaft, etwa mit FSC- oder PEFC-Siegel. Heimische Hölzer wie Eiche, Buche oder Esche haben zudem kurze Transportwege. Zum Schutz der Oberfläche können natürliche Öle und Wachse aufgetragen werden.
Bambus, Kork und Rattan
Bambus wächst sehr schnell nach und ist belastbar. Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen – der Baum selbst bleibt dabei stehen. Rattan eignet sich für leichte Möbel und Körbe. Bei Bambus und Rattan gibt es dennoch auch einen Nachteil, was die Nachhaltigkeit betrifft: Beide Materialien legen oft weite Transportwege zurück, da sie eher im in tropischen Regionen angepflanzt werden.
Naturfasern für Textilien
Für Kissen, Vorhänge und Teppiche eignen sich Naturfasern. Besonders robust sind Leinen und Hanf. Wolle reguliert Feuchtigkeit und ist schmutzabweisend.
Baumwolle sollte möglichst aus biologischem Anbau stammen. Der konventionelle Anbau braucht viel Wasser und Pflanzenschutzmittel.
Recycelte Materialien
Auch recycelte Werkstoffe gehören zur nachhaltigen Einrichtung. Dazu zählen zum Beispiel Möbel aus Altholz oder Teppiche aus recycelten PET-Flaschen. Ein weiteres Beispiel ist Rezyklat. So heißt Kunststoff, der aus bereits verwendetem Material gewonnen wird. Er ersetzt neu produzierten Kunststoff, sodass weniger Rohstoffe benötigt werden.
Tipp: Achten Sie auch bei Wandfarben, Lacken und Klebstoffen auf emissionsarme Produkte. So gelangen weniger Schadstoffe in die Raumluft. Orientierung bietet zum Beispiel das Siegel des Blauen Engels.
Second-Hand und Upcycling: Möbel mit Geschichte
Eine nachhaltige Einrichtung muss nicht neu sein. Vintage-Möbel, Erbstücke und Second-Hand-Funde haben oft mehr Charakter als Massenware. Durch Wiederverwenden vermeiden Sie zusätzliche Produktion und geben Gegenständen ein zweites Leben. Gute Anlaufstellen sind Flohmärkte und Sozialkaufhäuser. Auch Online-Kleinanzeigen und Antiquitätenhändler/innen bieten eine große Auswahl.
Kreativ wird es beim Upcycling. Dabei verwandeln Sie alte Gegenstände in etwas Neues. Ein ausgedienter Holzkoffer wird zum Beistelltisch. Einmachgläser dienen als Vase oder Aufbewahrung. Alte Bretter lassen sich zu Wandregalen umbauen. Solche Projekte machen Ihre Einrichtung persönlich und sparen dabei nicht nur Ressourcen, sondern auch Geld.
Übrigens: Alt und Neu lassen sich gut kombinieren. Ein Mix aus Vintage-Stücken und neuen Möbeln wirkt lebendig und individuell.
Dekoration verändert die Wirkung eines Raums schnell. Gerade hier lohnt sich ein bewusster Blick. Viele Deko-Artikel sind nur für eine Saison gedacht. Nachhaltige Dekoration setzt dagegen auf Stücke mit Bestand. Diese Ideen helfen Ihnen dabei:
Pflanzen: Zimmerpflanzen bringen Natur in den Raum und sorgen für eine lebendige Atmosphäre. Setzen Sie auf robuste Arten und Töpfe aus Ton oder recyceltem Material.
Fundstücke aus der Natur: Äste, besondere Steine oder getrocknete Gräser kosten nichts und lassen sich immer wieder neu arrangieren.
Handgemachtes: Keramik, Körbe oder Textilien aus regionaler Herstellung halten lange. Gleichzeitig unterstützen Sie lokale Betriebe und die Transportwege sind kurz.
Natürliche Farben: Erdtöne, Creme und gedeckte Grüntöne wirken ruhig und bleiben lange aktuell. Wandfarben mit dem Blauen Engel-Siegel sind zudem laut Angaben des Unternehmens emissionsarm.
Tauschen statt kaufen: Wechseln Sie Deko-Objekte zwischen den Räumen oder tauschen Sie mit Freunden/innen. So wirkt Ihr Zuhause neu, ganz ohne Neukäufe.
Schalter und Steckdosen bewusst wählen
Bei einer nachhaltigen Einrichtung denken viele nur an Möbel und Textilien. Doch auch Schalter und Steckdosen sind Teil des Raums. Sie bleiben meist für Jahrzehnte an der Wand. Deshalb lohnt sich auch hier ein Blick auf das Material.
Die Designlinie Gira Esprit Linoleum-Multiplex kombiniert im Rahmen Linoleum und Holz. Hauptbestandteil des Linoleums ist Leinöl, ein nachwachsender Rohstoff. Hinzu kommen Naturharze, Holz- und Kalkmehl sowie Farbpigmente. Darunter liegt Multiplex: kreuzweise verleimte dünne Holzschichten. Das Holz stammt aus Europa.
Ebenfalls eine Option ist die Designlinie Gira E2 in den Farben Alu und Grau matt. Für diese Varianten nutzt Gira anteilig Kunststoff-Rezyklat aus der eigenen Produktion. Beide Farbvarianten sind regulär im Sortiment erhältlich.
Die Designlinien lassen sich jeweils mit Funktionen aus dem Gira System 55 kombinieren. Rahmen und Einsätze wählen Sie dabei getrennt voneinander aus. So erhalten Sie Schalter, Steckdosen und smarte Funktionen in einem einheitlichen Design.
Woran erkennen Sie nachhaltige Einrichtungsgegenstände beim Kauf?
Siegel und Zertifikate geben Ihnen beim Einkauf Orientierung. Allerdings prüft nicht jedes Siegel dasselbe. Manche bewerten die Herkunft des Rohstoffs. Andere prüfen enthaltene Schadstoffe oder die gesamte Produktion. Diese Siegel sind bei Möbeln, Textilien und Dekoration besonders verbreitet:
Fragen Sie im Zweifel direkt beim Händler oder Hersteller nach. Seriöse Anbieter geben Auskunft über Herkunft und Produktion. Seien Sie bei vagen Begriffen wie „öko“ oder „grün“ vorsichtig. Ohne Nachweis sagen solche Angaben wenig aus.
Umweltfreundlich wohnen: Energie sparen im Alltag
Nachhaltig wohnen betrifft nicht nur das, was Sie kaufen. Auch der tägliche Energieverbrauch spielt eine Rolle. Diese Maßnahmen helfen Ihnen, energiesparend den Alltag zu bestreiten, ohne auf Komfort zu verzichten:
Tageslicht nutzen: Helle Wände und gut platzierte Spiegel verteilen das Licht im Raum. So brauchen Sie tagsüber seltener Kunstlicht.
LED-Leuchten wählen: LEDs verbrauchen deutlich weniger Strom als Glüh- oder Halogenlampen. Außerdem halten sie länger.
Heizkörper frei lassen: Stellen Sie Sofa oder Regal nicht direkt vor den Heizkörper. Sonst verteilt sich die Wärme schlechter im Raum.
Bedarfsgerecht heizen: Nicht jeder Raum braucht dieselbe Temperatur. Im Schlafzimmer genügt meist weniger Wärme als im Wohnzimmer.
Mit dem Gira Raumtemperaturregler stellen Sie die gewünschte Temperatur für jeden Raum einzeln ein. Im Smart Home geht das noch komfortabler. Mit dem Gira System 3000 steuern Sie Heizung und Licht nach Zeitplan oder per App. So heizen Sie Räume nur dann, wenn Sie sie tatsächlich nutzen.
Nachhaltig einrichten: Schritt für Schritt zu einem bewussten Zuhause
Nachhaltig einrichten heißt nicht, alles auf einmal neu zu machen. Viel wichtiger sind bewusste Entscheidungen im Alltag. Kaufen Sie weniger, dafür langlebiger. Geben Sie vorhandenen Möbeln eine zweite Chance. Setzen Sie auf natürliche Materialien und verlässliche Siegel.
Auch Details wie Schalter, Steckdosen und die Steuerung von Heizung und Licht gehören dazu. Wenn Sie Ihr Zuhause renovieren oder neu planen, unterstützt Sie der Gira Home Assistent. Das Online-Tool begleitet Sie Schritt für Schritt bei der Smart-Home-Planung. In weniger als zehn Minuten erhalten Sie eine individuelle Planung – inklusive Vermittlung zum Fachpartner.