Smart Home bedeutet mehr Komfort, aber auch mehr Verantwortung für Ihre Sicherheit. Entdecken Sie praktische Tipps, wie Sie Ihr vernetztes Zuhause zuverlässig schützen.
Die intelligente Automatisierung Ihres Zuhauses vereinfacht den Alltag in vielen Bereichen. So regelt sich Ihre Heizung von selbst und spart Ihnen Energiekosten, das Licht passt sich Ihrer Stimmung an und die Sprinkleranlage geht immer dann an, wenn die Wetterstation sehr trockenes Wetter meldet.
Doch nicht fachgerecht umgesetzt, können die Smart-Home-Anwendungen auch Sicherheitsrisiken bergen, da sie in vielen Fällen an das Internet angeschlossen sind. Warum das so ist und was Sie für mehr Datensicherheit in Ihrem smarten Zuhause tun können, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.
Wie sicher sind Smart-Home-Systeme?
Das Smart Home ist bereits in vielen Haushalten angekommen. Manchmal im Rahmen von Komplettlösungen, sogenannten Smart-Home-Systemen manchmal auch nur punktuell. Doch in vielen Fällen müssen die Komponenten eines Smart Homes mit dem Internet verbunden werden.
Wenn dies geschehen ist, können die intelligenten Geräte oder Komponenten über das Netzwerk miteinander kommunizieren. So zum Beispiel eine smarte Wetterstation mit einer smarten Sprinkleranlage. An dieser Stelle machen sich manche Nutzerinnen und Nutzer Gedanken über die Datensicherheit im Smart Home.
Denn wie andere internetfähige Geräte – etwa Smartphones oder Computer – sind auch Smart-Home-Anwendungen Teil des Heimnetzwerks. Ist dieses nicht ausreichend geschützt, zum Beispiel durch eine Firewall, kann es für Unbefugte zugänglich werden.
Dabei haben diese Angriffe Unbefugter unterschiedliche Motive. Mal geht es um Datenhandel und mal darum, sich Zutritt zu ihrem Zuhause zu verschaffen.
Deshalb sollten Sie als Smart-Home-Nutzer/in hier gut abgesichert sein. Bei der Installation eines Smart-Home-Systems gilt also: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Eine Ausnahme bieten Smart-Home-Systeme, die auf Bluetooth basieren, wie beispielsweise das Gira System 3000 (Bluetooth). Solche Systeme gewährleisten ein hohes Maß an Sicherheit, da ihre Verbindung auf kurze Distanzen begrenzt ist und sie unabhängig vom Internet funktionieren.
Im nachfolgenden Text konzentrieren wir uns auf die Smart-Home-Anwendungen, die eine Internetverbindung benötigen, um uneingeschränkt funktionieren zu können.
7 praktische Tipps für Ihre Sicherheit im Smart Home
Eines vorweg: Wenn Sie auf ein hochwertiges und seriöses Smart-Home-System setzen und die wichtigsten Tipps zur Handhabung berücksichtigen, können Sie nicht nur Sicherheitsrisiken ausschließen, Ihre Smart-Home-Geräte können sogar zur Sicherheit Ihres Zuhauses beitragen.
1. Einrichtung eines separaten Heimnetzes
Ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit im Smart Home ist die Isolation des Smart-Home-Netzwerks von anderen Netzwerken. Man spricht dabei auch von einer Segmentierung des Heimnetzwerks. Das Prinzip ist ganz einfach: Ihre internetfähigen Smart-Home-Geräte nutzen ein eigenes Netzwerk, um miteinander zu kommunizieren und haben somit keine Verbindung sensiblen Inhalten auf Ihrem Computer oder ihrem Smartphone.
Falls es nun trotzdem zu einem Sicherheitsvorfall kommen sollte, haben Hacker/innen eben „nur“ auf Ihre Smart-Home-Geräte Zugriff, nicht aber auf Kreditkartendaten oder andere kritische Informationen.
In Ihrem Router können Sie diese Einstellung einfach selbst vornehmen: Öffnen Sie einfach einen Gastzugang und schon sind zwei WLAN-Netzwerke in Ihrem Zuhause verfügbar. Nun verbinden Sie die internetfähigen Smart-Home-Geräte mit dem Gastzugang und das Heimnetzwerk ist aufgesplittet. Falls sie technisch weniger versiert sind, wenden Sie sich an eine Fachperson Ihres Vertrauens.
2. Firewall und Verschlüsselungen
Das Netzwerk nur aufzuteilen ist ein Schritt, birgt aber dennoch ein Restrisiko. Um für noch mehr Sicherheit im Smart Home zu sorgen, muss dieses Netzwerk auch gut geschützt werden. Hier sind vor allem zwei Aspekte relevant:
Firewall
Verschlüsselungen
Mit einer Firewall können Sie Angriffe über das Internet abwehren. In Ihrem Router können Sie diese Funktion einfach aktivieren. Um unbefugte Zugriffe zu verhindern, sind ebenso spezielle Verschlüsselungen gefragt. Der Mindeststandard ist eine WPA2-Verschlüsselung. Sie sorgt für ein sicheres drahtloses Netzwerk. Auch diese Einstellung können Sie selbst vornehmen oder aber von einem Installateur durchführen lassen.
3. Updates und Wartungen: Aktualität für mehr Sicherheit
Beim Umgang mit technischen Geräten gilt: Aktualität steht für Sicherheit. Wenn Systeme oder Geräte nicht auf dem neusten technischen Stand gehalten werden, tun sich Sicherheitslücken und damit erhöhte Risiken auf. Auch bei Smart-Home-Geräten sind regelmäßige Updates und Wartungen unverzichtbar.
Nutzer/innen sollten daher wissen, wie Updates durchgeführt werden und ob der Hersteller überhaupt Aktualisierungen anbietet. In vielen Fällen erfolgen Software-Updates automatisch. Manchmal ist es aber auch nötig, dass Sie selbst tätig werden. Damit die Sicherheitsfunktionen der smarten Geräte in Ihrem Haushalt stets erhalten bleiben, sollten Sie sich vor der Nutzung darüber Gedanken machen oder eine entsprechende Beratung einholen.
Wichtig: Smart-Home-Geräte, für die keine Aktualisierungen zur Verfügung gestellt werden, stellen ein Sicherheitsrisiko dar.
4. VPN-Tunnel einrichten
Ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) erhöht die Sicherheit Ihres Smart Home noch mehr, da es eine besonders gesicherte Verbindung zwischen zwei Punkten ermöglicht. Ein solcher VPN-Tunnel wird von verschiedenen Geräten, zum Beispiel von Ihrem Smartphone, zu Ihrem Router aufgebaut.
Da es nur einen Ausgang und einen Eingang gibt, können keine Daten „abfließen“. In dem Tunnel sind Ihre Daten gut geschützt und können nicht von außen abgefangen werden.
5. Verwendung starker Passwörter
Eine Sicherheitslücke, die häufig besteht, aber von Nutzern/innen oftmals nicht richtig wahrgenommen wird, sind schwache Passwörter. Um Ihr gesamtes Netzwerk zu schützen und die Sicherheit Ihres Smart Home zu erhöhen, sollten Sie bei der Vergabe von Passwörtern folgende Tipps berücksichtigen:
Längere Passwörter sind sicherer als kurze.
Ein sicheres Passwort besteht aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen – also allen verfügbaren Zeichen.
Passwörter, die im Wörterbuch vorkommen oder aus einer gängigen Zahlenfolge bestehen, sind nicht sicher.
Für noch mehr Passwortsicherheit gibt es bei manchen Systemen und Geräten die Funktion einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dadurch reicht die Eingabe eines Passworts nicht mehr aus und ein zusätzlicher Faktor kommt ins Spiel.
Dieser kann beispielsweise darin bestehen, eine Chipkarte, einen USB-Stick oder ein Smartphone zu benutzen. Auch Fingerabdrücke oder ein Einmalcode, den Sie per SMS oder E-Mail erhalten, sind denkbar.
6. Bewusste Auswahl der Smart-Home-Geräte für mehr Sicherheit
Ihr smartes Zuhause ist nur so sicher, wie es Ihre Geräte zulassen. Wählen Sie Smart-Home-Geräte also mit Bedacht. Vor der Inbetriebnahme ist es wichtig zu wissen, wie die Geräte arbeiten, welche Daten generiert und wo diese gespeichert werden. Ein bewusster Einsatz von Smart-Home-Geräten erhöht die Sicherheit enorm.
Wenn Sie die potenziellen Risiken kennen, gilt es abzuwägen, ob Sie bereit sind, diese zu tragen. Manche Geräte sind beispielsweise mit einer Kamera oder einem Mikrofon ausgestattet. Hier ist die Nutzung im individuellen Fall abzuwägen. Wenn Sie nicht nachvollziehen können, welche Daten wo gespeichert werden, ist das ein Grund, sich mit dem Hersteller in Verbindung zu setzen oder sich an einen anderen Hersteller zu wenden.
7. Smart Home vom Profi: Maximale Sicherheit dank Qualitäts-Anbieter
Die beste Lösung für ein sicheres Smart Home ist der Einsatz hochwertiger, geprüfter Produkte. Smart-Home-Systeme und -Komponenten die beispielsweise auf dem weltweit bewährten KNX Standard basieren, reduzieren nicht nur Risiken, sondern tragen auch aktiv zu Ihrer Sicherheit bei.
Dazu ein Beispiel: Das Gira KNX System lässt sich mit dem Fernzugriffsmodul Gira S1 erweitern, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Es fungiert wie eine Art Türsteher, der genau kontrolliert, welche Daten Ihr Server empfängt und sendet. Ein sicherer Datenaustausch wird möglich.
Neben dem Gira S1 steht Ihnen mit KNX Secure eine weitere wichtige Sicherheitsmaßnahme für Ihr Smart Home zur Verfügung. KNX Secure ist ein international gültiger und herstellerübergreifender Sicherheitsstandard für die vernetzte Gebäudetechnik. Konkret heißt das: Die komplette Kommunikation zwischen Schaltern, weiteren Geräten und dem zentralen Server wird verschlüsselt und zusätzlich über eine Authentifizierung abgesichert.
Dadurch werden unbefugte Zugriffe, Manipulationen am System sowie das Abhören von Daten zuverlässig verhindert. Ein weiterer Pluspunkt: KNX Secure ist updatefähig und bietet somit eine langfristig sichere und zukunftsfähige Lösung für modernes Wohnen.
Bei der Installation sollten Sie darauf achten, dass alle eingesetzten Smart-Home-Komponenten KNX-Secure-fähig sind – wie beispielsweise diese Gira Produkte:
Keine Lücke in der Datensicherheit & Gesteigerte Sicherheit für Ihr Zuhause
Wenn Sie die Tipps für mehr Sicherheit im Smart Home umsetzen, können Sie bedenkenlos den Komfort Ihres Smart-Home-Systems genießen. Sei es eine automatische Temperaturregelung für mehr Energieeffizienz, eine komfortable Sprachsteuerung Ihrer Leuchten oder die Automatisierung von Haushaltsgeräten – die Möglichkeiten sind schier endlos.
Doch Smart Home kann noch mehr: Es kann Gebäude aktiv sicherer gestalten.
Wenn Sie also auf ein hohes Maß an Sicherheit in Ihrem smarten Zuhause achten, kann Smart Home zusätzlich zu Ihrer Sicherheit in den eigenen vier Wänden beitragen: Der Einbruchschutz durch vernetzte Alarmanlagen, Bewegungsmelder, Tür- und Fensterkontakte und Kameras ist nur ein Beispiel.
Sind Ihre Daten also einmal zuverlässig geschützt, steht der Erhöhung Ihrer Sicherheit mit Smart Home nichts mehr im Wege.
Sicherheit im Smart Home ist einfach
Einige Nutzer/innen sind besorgt um ihre Sicherheit, wenn sie ihr Zuhause smart machen. Tatsächlich sind die Bedenken nicht unbegründet, denn falsch umgesetzt, kann Smart Home Ihre Sicherheit beeinträchtigen. Wer allerdings auf eine korrekte Umsetzung achtet und sich hochwertige, seriöse Systeme und Geräte ins Haus holt, profitiert von hohem Komfort und einem Maximum an Sicherheit.