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Modernes Schweizer Chalet

Modernes Chalet in der Schweiz: Tradition und unsichtbare Technik im Einklang

Von außen wirkt es wie ein kleines Holzhaus. Doch das Chalet 4.0 bei St. Gallen verbirgt hinter seiner Fassade neben drei geräumigen Untergeschossen auch ein ausgefeiltes Smart-Home-System. Architekt Matteo Thun zeigt, wie sich Technologie organisch mit traditionellem Baustil verbinden lässt.

Ein Chalet steht für Holz, Tradition und Nähe zur Natur. Moderne Technik verbinden die wenigsten Menschen damit. Das Swiss Chalet 4.0 bricht mit diesem Bild. Es liegt unweit von St. Gallen in der Nähe des Bodensees und steht an einem sanften Hang. Von hier aus reicht der Blick ungehindert über die hügelige Voralpenlandschaft. Das Architektenbüro Matteo Thun & Partners haben das Haus für einen privaten Bauherrn geplant und regionale Bauweise mit moderner Smart-Home-Technik verbunden. Auf den ersten Blick ist davon jedoch fast nichts zu sehen.

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Mehr als es scheint: 400 Quadratmeter unter und über der Erde

Auf den ersten Blick wirkt das Chalet eher klein. Umso mehr überrascht die Wohnfläche von 400 Quadratmetern. Die Antwort liegt unter der Erde. Oberirdisch hat das Haus nur ein Geschoss mit einem teilweise offenen Spitzboden. Darunter liegen drei Untergeschosse. Nur eines davon öffnet sich zur Hangseite. 

Die unteren Etagen beherbergen unter anderem die Autosammlung des Eigentümers. Sie sind über einen unsichtbaren Aufzug erreichbar. Damit ist ein Motiv gesetzt, das sich durch das gesamte Chalet zieht: Technik, die sich nicht zeigt.

Außenfassade eines modernen Schweizer Chalets
Ein großer Teil der Nutzfläche des Chalets liegt unter der Erde. Foto: Andrea Garuti

Traditionelle Bauweise, neu interpretiert

Das Chalet greift die Form regionaltypischer Bauten auf, die Gestaltung ist jedoch reduzierter und geradliniger. Die Fassade besteht aus Lärchenholz-Schindeln und sogar die Türen sind damit verkleidet. So fügt sich das Haus unauffällig in die Landschaft ein. 

Auch im Inneren dominiert Holz als Material und nahezu alle Elemente bestehen aus Lärche und Esche. Eine Galerie bietet Ausblicke in alle Richtungen.  

Beim Bau stand die Region im Mittelpunkt. Alle Materialien stammen aus der direkten Umgebung. Selbst die Handwerker/innen kamen aus der Nähe. Zudem ist das Chalet vollständig rückbaubar. Das bedeutet: Das Haus lässt sich später wieder in seine Bestandteile zerlegen. Seine Energie erzeugt das Gebäude selbst.  

Die Tradition zeigt sich dabei im Detail. Die Fenster öffnen sich zum Beispiel über einen vertikalen Seilzug. Diese Technik ist in der Region seit Jahrhunderten üblich.

Lichtdurchflutetes Schlafzimmer im Schweizer Chalet
Esche, Lärche und viel Tageslicht bestimmen das Materialkonzept im Inneren. Foto: Andrea Garuti

Außenbereich: Pool mit Blick ins Tal

Die klaren Linien des Hauses setzen sich im Garten fort. Niedrige Hecken lassen den Blick frei ins Tal und auf die gegenüberliegenden Berge fallen. In die Terrasse ist ein Pool bündig eingelassen. Wasserfläche und Boden liegen also auf einer Ebene. Im Sommer sorgt der Pool für Abkühlung mit Aussicht und Wellnessgefühl im eigenen Garten.

Pool auf einer Ebene mit Terrasse des Schweizer Chalets
Der Pool ist bündig mit der Terrasse. Foto: Andrea Garuti
Pool und Fassade eines Schweizer Chalets
Der Außenbereich mit weitem Ausblick. Foto: Andrea Garuti

Smarte Technik hinter Holz: So funktioniert das Chalet 4.0

Die größte Überraschung wartet im Inneren. Das Chalet ist mit umfangreicher Technik ausgestattet, zu sehen ist davon jedoch kaum etwas. Alles ist in Wänden, Decken und hölzernen Raumelementen verbaut. Ein spezielles Audiosystem verwandelt das Haus zum Beispiel in einen privaten Konzertsaal. Die Lautsprecher bleiben dabei hinter Holzelementen verborgen.

Wände und Nischen aus Holz im Schweizer Chalet
Einladende warme Optik der Innenräume. Foto: Andrea Garuti
Hölzerner Sitzbereich im Schweizer Chalet
Hinter den Holzflächen verbirgt sich smarte Technik. Foto: Andrea Garuti

Auch die übrige Haustechnik arbeitet unauffällig im Hintergrund. Das Gira KNX System vernetzt Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Beleuchtung und bindet sogar die Haushaltsgeräte ein. Alle Komponenten kommunizieren über eine gemeinsame Busleitung. So lassen sich Funktionen beliebig miteinander verknüpfen: Ein einziger Tastendruck dimmt etwa das Licht und passt gleichzeitig die Raumtemperatur an. 

Auch die Bedienelemente fügen sich nahtlos in die Holzflächen ein. Zwei Geräte übernehmen im Chalet die Steuerung. Das Multitouch-Bediengerät Gira G1 zeigt alle vernetzten Funktionen übersichtlich auf einem Display. Ein Fingertipp genügt, um z. B. eine Lichtszene aufzurufen. 

Im Alltag sorgt der kompakte Gira Tastsensor 4.55 für eine einfache Steuerung direkt im Raum. Jede seiner Tasten lässt sich individuell belegen. 

Swiss Chalet 4.0: Komfort, der sich zurücknimmt

Regionale Materialien und klare Formen geben dem Chalet bei St. Gallen seinen Charakter. Moderne Technik fügt sich unauffällig ein und sorgt für Komfort, ohne die Gestaltung zu dominieren. So verbindet das Haus traditionelle Wohnlichkeit mit zeitgemäßen Ansprüchen. 

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