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Modernes Wohnzimmer in Anthrazit

Was ist ein FI-Schalter? Funktionen und Nutzen im Überblick

Vielleicht haben Sie den Begriff „FI-Schalter“ im Zusammenhang mit Ihrer Strominstallation zu Hause schon einmal gehört. Dabei handelt es sich um ein wichtiges Sicherheitselement, das in Deutschland bei Neu- und Umbauten verpflichtend montiert werden muss. Der Schalter schützt vor lebensbedrohlichen Stromschlägen.

„FI-Schalter“: viele kennen den Begriff, wissen aber gar nicht so recht, worum es sich dabei handelt. Dabei verfügt jede moderne Elektroinstallation über einen FI-Schalter und seine Montage gilt als wichtige Sicherheitsvorkehrung. Was genau ist ein FI-Schalter, wofür steht „FI“ überhaupt und wie funktioniert er? Diese Fragen beantwortet dieser Artikel.

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Grafik zeigt, was ein FI-Schalter ist: Finger drückt die Test-Taste am Sicherungskasten
Über den Testknopf lässt sich die Funktion des FI-Schalters regelmäßig überprüfen.

Was ist ein FI-Schalter?

FI-Schalter ist der Name für den Fehlerstromschutzschalter. Das „F“ steht für „Fehler“, das „I“ ist das Formelzeichen der Stromstärke. Dieser besondere Schutzschalter hat in Ihrem Haushalt einen ganz klaren Nutzen: Er schützt Sie vor lebensbedrohlichen Stromschlägen, beispielsweise dann, wenn eine Fehlfunktion bei Haushaltsgeräten auftritt.

In Deutschland ist der FI-Schutzschalter Vorschrift. Zwar gibt es noch Altanlagen ohne FI, doch bei Umbauten oder einer Neuinstallation sind Sie verpflichtet, diesen nachzurüsten. Er befindet sich neben den Sicherungsschaltern im Stromkasten.

Übrigens: Wovor ein FI-Schalter nicht schützt, sind Überlastungen der Stromleitungen. Dafür sind sogenannte Leitungsschutzschalter zuständig. Hier kommt es oftmals zu Verwechselungen. 

Wie funktioniert ein FI-Schalter?

Damit ein FI-Schalter seine Funktion erfüllen kann, ist er so konzipiert, dass er Fehlstrom erkennt. Dazu überwacht er den Differenzstrom zwischen allen betriebsmäßig stromführenden Leitern über einen sogenannten Summenstromwandler. Was genau bedeutet das? 

Der FI-Schalter prüft, ob genauso viel Strom zurückkommt, wie hineinfließt. Wenn Strom fehlt, zum Beispiel weil er über einen Menschen oder ein defektes Kabel zur Erde fließt, schaltet er zum Schutz ab. Der Strom, der fehlt, nennt sich übrigens Differenzstrom oder Fehlerstrom. 

In intakten Stromkreisen fließt über den Außenleiter genauso viel Strom zum Verbraucher wie über den Neutralleiter zurück. Fließen zum Beispiel fünf Ampere zu einem Gerät, müssen auch wieder fünf Ampere zurückfließen.  

Wenn nun jemand versehentlich in den Stromkreis hineinfasst, kommt nicht die gleiche Menge Strom zurück. Der FI-Schalter erkennt diese Unregelmäßigkeit innerhalb von Millisekunden und greift ein. Das bedeutet, dass er den Stromkreis unterbricht.

Das Bild zeigt den Eingang eines Fachwerkhauses mit grauen Schindeln und mehreren Fenstern, das zu Wendeniushof gehört, wo die Elektrik erneuert wurde.
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Was ist der Nutzen von FI-Schaltern?

FI-Schalter beziehungsweise Fehlerstromschutzschalter haben einen klaren Zweck: Sie werden zum Schutz eingebaut. Es geht um folgende Aspekte: 

  • Personenschutz: Durch den FI-Schalter werden alle sich im Haushalt befindenden Personen vor einem elektrischen Schlag geschützt. 

  • Brandschutz: Bevor sich Kabel oder Bauteile durch Fehlerstrom stark erhitzen, schaltet der FI-Schalter den Strom ab, wodurch er zum Brandschutz beiträgt. 

Der FI-Schalter ist nur ein Teil einer Kombination von drei wichtigen Schutzmaßnahmen. Folgende Schutzstufen sollten im modernen Haushalt gedeckt sein: 

  1. Basisschutz: Die Vorkehrung zum Schutz gegen direktes Berühren aktiver Teile durch eine Isolierung.  

  1. Fehlerschutz: Personen bekommen keinen Stromschlag, wenn sie berührbare Teile wie metallische Gehäuse indirekt berühren.  

  1. Zusatzschutz: Hier kommt der FI-Schalter zum Einsatz und ist eine Erweiterung der Maßnahmen für noch mehr Sicherheit in Ihren vier Wänden.

Wo ist der FI-Schalter zu finden?

Der FI-Schalter befindet sich neben den normalen Sicherungen im Sicherungskasten. Verwechslungsgefahr mit anderen Elementen besteht grundsätzlich nicht. Denn der FI-Schalter ist klar gekennzeichnet. Zunächst einmal hat er eine andere Farbe, durch die er sich abhebt. Außerdem befindet er sich meist in einem gewissen Abstand zu den anderen Schaltern. Oft gibt es einen dazugehörigen Testknopf. 

Im Sicherungskasten befinden sich mehrere Sicherungen für verschiedene Stromkreise. Diese werden auch Leitungsschutzschalter genannt und können bei Bedarf genutzt werden, um den Strom in einzelnen Räumen oder Bereichen abzustellen. Sie lösen erst bei höheren Stromstärken aus und schützen die Leitung vor einem Kurzschluss. So hat jede Sicherung ihre eigene wichtige Funktion. 

Dunkelblaue Einbauküche, deren Stromkreise ein FI-Schalter absichert
Der FI-Schalter schützt auch zuverlässig vor gefährlichen Fehlerströmen an Küchengeräten.

Welche verschiedenen Arten von FI-Schaltern gibt es?

Ein FI-Schalter ist in Deutschland Pflicht. Spätestens dann, wenn Sie die Elektrik im Haus erneuern lassen wollen, wird er für Sie relevant. Doch es gibt verschiedene Arten von FI-Schaltern: 

  • Fehlerstromschutzschalter Typ A: Der Klassiker im Privathaushalt. Er löst sich bereits bei einem Fehlerstrom von 30 Milliampere aus, was die Sicherheit in Ihrem Zuhause stark erhöht. Solche Schalter erfassen verschiedene Arten von Fehlerströmen. 

  • FI-Schalter Typ AC: Hierbei handelt es sich um einen älteren FI-Schalter. Typ AC wird in Deutschland für neue Anlagen praktisch nicht mehr eingesetzt, da moderne Verbraucher Fehlerströme erzeugen können, die Typ AC nicht zuverlässig erkennt. 

  • Fehlerstromschutzschalter Typ B: Diese Art von FI-Schalter ist dazu fähig, glatte Gleichfehlerströme zu erkennen. Meist nutzt man sie für betriebliche Anlagen, also nicht für Privathaushalte. 

  • FI-Schalter Typ F: Dieser FI-Schalter schützt Personen vor elektrischen Schlägen bei Fehlerströmen bei einphasigen Geräten wie Wärmepumpen, Klimaanlagen oder Waschmaschinen. Dazu verfügen diese FI-Schalter über eine erhöhte Stoßstromfähigkeit. Zu finden sind sie in Privathaushalten, öffentlichen Gebäuden oder Büros. 

Waschküche mit Waschmaschine und Trockner, abgesichert durch einen FI-Schalter
Löst der FI-Schalter aus, sind betroffene Geräte wie Waschmaschine oder Trockner sofort vom Stromnetz getrennt.

FI-Schalter fliegt: Was Sie jetzt tun sollten

Wenn sich der FI-Schalter umschaltet, passiert zunächst einmal Folgendes: Der Strom ist nicht mehr verfügbar. Das kann im ersten Moment beunruhigend sein, doch eigentlich ist das etwas Gutes. Das zeigt, dass der FI-Schalter ausgelöst wurde und eine Gefahr gebannt hat.

Damit Sie in Ihrer Wohnung oder in Ihrem Haus wieder über Strom verfügen, muss der FI-Schalter wieder zurückgestellt werden. Dazu gehen Sie zu Ihrem Sicherungskasten und legen den FI-Schalter einfach um. In der Regel ist es damit erledigt. 

Es kann aber auch sein, dass sich der FI-Schalter nicht zurückstellen lässt. Das bedeutet, dass noch immer ein Fehlerstrom vorliegt. Dann gilt es, den fehlerhaften Stromkreis und das Elektrogerät ausfindig zu machen, das ihn ausgelöst hat. 

Dabei hilft folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung: 

  1. Deaktivieren Sie alle Leitungsschutzschalter im Stromkasten. Dass sie deaktiviert sind, erkennen Sie daran, dass sie nach unten geklappt sind. Der FI-Schalter sollte nach oben zeigen, also aktiv sein. 

  1. Jetzt aktivieren Sie einen Leitungsschutzschalter nach dem anderen. 

  1. Sobald der FI-Schalter auslöst, also nach unten klappt, haben Sie den fehlerhaften Stromkreis gefunden. Wenn Sie zum Beispiel gerade die Sicherung für die Küche aktiviert haben und der FI-Schalter daraufhin auslöst, wissen Sie, dass die Fehlerquelle in der Küche liegt. 

  1. Stecken Sie nun alle Elektrogeräte im betroffenen Bereich aus und aktivieren Sie den FI-Schalter sowie die Leitungsschalter. 

  1. Jetzt stecken Sie ein Gerät nach dem anderen wieder an. Das Gerät, bei dem der FI-Schalter auslöst, ist das, das den Fehler verursacht.

Wichtig: Wenn nicht der FI-Schalter, sondern ein Leitungsschutzschalter auslöst, handelt es sich oft nur um eine Überlastung. Es ist also nicht möglich, beliebig viele Geräte anzuschließen oder Steckdosen nachzurüsten. Irgendwo kommt jede Leitung an ihre Grenzen. Wie viele Steckdosen pro Sicherung möglich sind, behandeln wir in einem separaten Artikel.

Probleme mit dem FI-Schalter: Wann Sie einen Fachbetrieb brauchen

Ihr FI-Schalter löst sich immer wieder ohne klar erkennbaren Grund aus? Oder er lässt sich nicht mehr zurückstellen? Das sind Hinweise darauf, dass mit Ihrer Stromleitung etwas nicht stimmt. In diesen Fällen sollten Sie sich an einen Fachbetrieb wenden.

Da der FI-Schalter so wichtige Funktionen erfüllt, ist es essenziell, dass er in einwandfreiem Zustand ist. Sie selbst können hin und wieder eine Prüfung durchführen: Im Stromkasten befindet sich am oder neben dem FI-Schalter ein Testknopf. Wenn Sie diesen betätigen, simuliert ein interner Prüfwiderstand einen Fehlerstrom. Der Fehlerstromschutzschalter löst daraufhin aus und der Strom ist weg. Die meisten Hersteller empfehlen, diesen Test etwa halbjährlich durchzuführen.  

Passiert bei diesem Test irgendetwas anderes, zum Beispiel dass der Strom bestehen bleibt, sollten Sie ebenfalls einen Profi konsultieren. Es gilt, die Stromleitungen genau zu überprüfen, nur so ist Ihr Schutz gewährleistet.

Elektrofachkraft dokumentiert die Prüfung eines FI-Schalters auf dem Tablet
Bei wiederkehrenden Problemen mit dem FI-Schalter hilft nur ein Fachbetrieb weiter, um die Ursache sicher zu finden.
Fachbetriebssuche über die Gira Webseite.
Gira Fachbetriebssuche

Sie brauchen professionelle Unterstützung oder Beratung? Unsere Fachpartner helfen Ihnen gerne weiter.

FI-Schalter sind verpflichtend und wichtig

FI-Schalter gelten in Deutschland als Pflicht. Man sollte dies jedoch nicht als lästig ansehen, da diese Vorrichtung erheblich zur Sicherheit der Bewohner/innen beiträgt. Damit der FI-Schalter seiner schützenden Aufgabe nachkommen kann, ist es wichtig, ihn regelmäßig kontrollieren zu lassen und selbst alle paar Monate einen Test durchzuführen. Bei Auffälligkeiten gilt es, einen Fachbetrieb zu konsultieren.