Wie lässt sich umweltfreundliches Wohnen mit gehobenem Lebensstandard verbinden? Im oberösterreichischen Salzkammergut zeigt ein neu errichtetes Konzepthaus, dass nachhaltige Architektur nicht auf smarten Komfort verzichten muss. Entdecken Sie Ästhetik, Energieeffizienz und Naturverbundenheit vereint in einem harmonischen Ganzen.
Entworfen vom Architekten und Experten für solares Bauen Dr. Peter Kuczia, verbindet das Solarlux-Konzepthaus im oberösterreichischen Salzkammergut moderne Formen mit einer behutsamen Integration in die Landschaft. Bewegliche Glasfassaden schaffen fließende Übergänge zwischen Innen und Außen, eine Loggia dient als Klimapuffer, und die Haustechnik setzt konsequent auf Smart-Home-Automatisierung und regenerative Energiequellen.
Das zugrundeliegende Lowtech-Lüftungskonzept entstand in Zusammenarbeit mit Prof. Thomas Auer von der TU München. Erfahren Sie, wie umweltfreundliche Architektur und mordernste Technik das Wohnen der Zukunft einläuten.
Das Haus, das man nicht sieht
Von den Einheimischen wird es liebevoll das „Haus, das man nicht sieht“ genannt und das nicht ohne Grund. Mit über 200 Quadratmetern Nutzfläche fügt sich das Solarlux-Haus so selbstverständlich in die Landschaft ein, dass es fast mit den Bergen und Wäldern verschmilzt. Die kleinteilige Gebäudegeometrie des Split-Level-Hauses nimmt dem Baukörper jede Massivität.
Eine nur 45 Zentimeter schmale, umlaufende Glasfuge lässt Licht ins Innere fluten und verleiht dem Haus seine charakteristische Leichtigkeit. Die vertikale Holzverschalung changiert in Braun- und Blautönen und spiegelt damit die wechselnden Farben der Umgebung wider.
Über einen naturbelassenen Kiesweg gelangt man zum kaum wahrnehmbaren Eingang: Ein Schiebefenster mit elektrischem Antrieb gleitet sanft in eine Wandtasche, entriegelt per Fingerprint-Scanner.
Weite Ausblicke und nachhaltige Konstruktion
Den freien Blick in die Umgebung ermöglichen Festverglasungen, Schiebefenster und Ganzglas-Schiebe-Dreh-Elemente von Solarlux an der Ost-, West- und Südseite. Nur die Nordseite bleibt aus energetischen Gründen fast vollständig geschlossen.
Die Schiebefenster an der Südfassade lassen sich per elektrischem Antrieb weit öffnen. So entstehen auf Knopfdruck nahtlose Übergänge zur Natur. Vertikale Holzlamellen dienen als Sicht- und Sonnenschutz und verleihen dem Baukörper im geschlossenen Zustand eine monolithische Anmutung.
Die tragende Konstruktion aus Cross Laminated Timber (CLT) vereint Stabilität und Nachhaltigkeit: Das Material ist leicht, energieeffizient und bietet hervorragende bauphysikalische Eigenschaften.
Wohnen auf vier Ebenen
Das Haus erstreckt sich über vier Ebenen, deren Grundriss sich an Himmelsrichtungen und Landschaft orientiert.
Ebene –1: Drei Schlafzimmer öffnen sich ebenerdig Richtung See. Große Schiebefenster sorgen für Licht und Aussicht, während ein Dachüberstand vor Überhitzung schützt.
Ebene 0: Hier liegen der Haupteingang, das Gäste-WC sowie der Fitness- und Wellnessbereich im nördlichen Gebäudeteil.
Ebene 1: Über wenige Stufen gelangt man ins Herzstück, den großzügigen Wohnraum mit offener Küche und Blick auf den See. Drei raumhohe Schiebefenster über die gesamte Gebäudebreite öffnen den Raum zur Natur. Die vorgelagerte Loggia lässt sich über Schiebe-Dreh-Elemente aus Glas weit öffnen.
Ebene 2: Ein offener Multifunktionsraum mit Glaswand und ein weiteres Schlafzimmer mit Bad. Hier taucht die umlaufende Glasfuge das Interieur in stimmungsvolles Licht.
Loggia als natürlicher Klimapuffer
Die Loggia fungiert als energieeinsparender Klimapuffer und ist das Herzstück des nachhaltigen Konzepts. „Diese Doppelfassade, bestehend aus den wärmegedämmten Cero Schiebefenstern im Inneren und den ungedämmten Schiebe-Dreh-Elementen „Proline T“ außen, trägt wesentlich zur natürlichen Klimatisierung bei“, erklärt Architekt Dr. Peter Kuczia.
Je nach Wetter werden eine oder beide Ebenen geöffnet oder geschlossen, so reguliert das Haus selbstständig die Temperatur. Schmale Fugen zwischen den Glaselementen sichern den nötigen Luftwechsel, während sich an heißen Tagen das System einfach auffalten lässt. Der Außenraum wird zum erweiterten Wohnraum mit hoher Aufenthaltsqualität und direkter Naturverbindung.
Warme Holzästhetik als emotionaler Kontrast
Im Inneren setzt sich das reduzierte, aber hochwertige Gestaltungskonzept fort. Wände, Decken und Böden sind durchgehend mit weiß geölter Esche verkleidet, was dem Raum eine helle, warme Atmosphäre verleiht. Besonders eindrucksvoll ist der Treppenraum, dessen Bauteile fließend ineinander übergehen.
Das transparente Geländer betont die Offenheit, während die breiten Treppenläufe zum Sitzen und Verweilen einladen. Ein Konzept, das Kuczia „Living Stairs“ nennt.
Regenerative Energie und Lowtech-Systeme
Nachhaltigkeit zeigt sich hier nicht nur in der Materialwahl. Eine Wärmepumpe mit Erdsonden versorgt Wand- und Fußbodenheizung effizient mit Energie. Die Photovoltaikanlage auf der nach Süden geneigten Dachfläche liefert Strom und fügt sich durch ihre braune Farbgebung unauffällig in die Lärchenholzverschalung ein, sie wird zur „fünften Fassade“ des Hauses.
Das Lüftungssystem folgt dem Prinzip des Kamineffekts: Kühle Luft strömt vom See in einen Erdkanal, gelangt ins Haus und wird über Deckenventilatoren verteilt. Ein Solarkamin mit automatisch gesteuerten Klappen sorgt für den Luftaustausch. Diese Lowtech-Lösung nutzt natürliche Effekte und reduziert den Energiebedarf auf ein Minimum.
Smarte Technik von Gira für noch mehr Wohnkomfort
Neben seiner architektonischen Raffinesse setzt das Solarlux-Haus auch im Inneren auf zukunftsweisende Technologien. So ist das gesamte Gebäude mit einem KNX Smart-Home-System von Gira ausgestattet. Dadurch lassen sich Beleuchtung, Heizung, Beschattung, Sicherheit und zahlreiche weitere Funktionen intelligent vernetzen.
Das Herzstück bildet der Gira HomeServer, der alle KNX fähigen Geräte und Aktoren verbindet und ihre Zusammenarbeit steuert, etwa für komplexe Lichtszenen, automatische Beschattung oder intelligente Heizungssteuerung.
Der Gira S1 sorgt für eine verschlüsselte Fernverbindung, sodass sich alle Smart-Home-Funktionen auch unterwegs sicher per Smartphone, Tablet oder PC bedienen lassen. Der Gira G1 dient als Bediengerät, über dessen Touchdisplay nahezu alle Gebäudefunktionen gesteuert werden, von Beleuchtung und Temperatur bis zu Jalousien, Garagentoren, Lüftungszonen und Zentralbefehlen wie „Alles aus“.
Der Gira Tastsensor 3 ermöglicht als dezentrale Bedienstelle in vielen Räumen das schnelle Steuern von Licht (Schalten und Dimmen), Jalousien und Rollläden, Szenen, Automatik- oder Motortüren. Mit der Designlinie Gira E2 setzt der Bauherr auf eine reduzierte und zeitlose Schalterserie, die sich optisch harmonisch in das Einrichtungskonzept einfügt.
Das Haus nutzt außerdem moderne Sicherheitstechnik für ein Plus an Schutz wie beispielsweise den Gira Keyless In Fingerprint für schlüssellosen Zugang.
Architektur im Einklang mit dem Ort
Das Solarlux-Haus steht beispielhaft für ein Bauen, das Ressourcen schont und Standortbedingungen optimal nutzt. Die Glasfassade im Süden fängt Sonnenwärme ein, die Doppelfassade der Loggia reguliert das Raumklima, und die geschlossene Nordseite hält Wärme im Inneren. Erdsonden und Photovoltaik sichern die Energieversorgung, während das Holz als Hauptmaterial CO₂ bindet.
So entsteht ein Haus, das sich der Umgebung anpasst, statt sie zu dominieren. Ein Ort, der die Natur respektiert und den Menschen in den Mittelpunkt stellt.