Modernisierung mit Mut zum Minimum: Aus einer Doppelhaushälfte von 2004 machten die neuen Besitzer zusammen mit Architekt Fabian Wagner ein zeitgemäßes, stilvolles Familienhaus, das auf den ersten Blick schön, aber auf den zweiten ganz besonders ist.
Von der Fliese zum Feeling
Wer im Münchener Umland eine Immobilie sucht, darf nicht wählerisch sein. So war die junge Eigentümerfamilie froh, zumindest eine Doppelhaushälfte – statt des ersehnten freistehenden Hauses – gefunden zu haben. Aber der hinzugezogene Architekt Fabian Wagner sah sofort das Potenzial. Das rund 20 Jahre alte Gebäude hatte als Youngtimer eine gute Substanz, großzügige Dimensionen und dank einer Rücken-an-Rücken-Positionierung zur anderen Hälfte fast das Wohngefühl eines Einfamilienhauses. Doch der Zustand innen verhieß Arbeit: Alles war gefliest, sogar die Schlafzimmer. Und das Haus war komplett verraucht und vergilbt. Der Planer wusste Abhilfe: Er riet zu Lehmputz im ganzen Haus, der nicht nur das Raumklima verbessert und Gerüche bindet, sondern hier auch den Ausgangspunkt der Materialpalette bildet.
“Der weiche Grauton des Lehms erinnert an die Böden des Fünfseenlands und schafft so eine unmittelbare Verbindung zwischen Innenraum und Landschaft.
”
Buero Wagner (Foto: Florian Generotzky)
Geschickt gegliedert
Statt kleinteiliger Funktionsräume setzt das Haus im Erdgeschoss auf gegliederte Offenheit: Trennwände und Bodenbeläge raus, Deckenträger freilegen. Das entstandene Kontinuum von Küche und Ess- bis Wohnbereich wirkt großzügig, bietet aber gleichzeitig durch Bodenbeläge und unterschiedliche Höhen Orientierung. So befindet sich etwa der Sitzbereich mit Sesseln und Sofa auf einem Eichenholzpodest, der angrenzende Kamin ist wiederum etwas höher auf einer Empore angeordnet, nebst großer gepolsterter Sitzfläche. Sie ist ein natürlicher Lieblingsplatz für alle Familienmitglieder, gerade zur kalten Jahreszeit. Und auch die Deckenträger helfen bei der Aufteilung. Teils haben sie eine statische, manchmal aber nur eine optische Funktion.
Weniger von allem
Den Mut zur Reduktion sieht man in diesem Haus vor allem bei den Materialien. Sanfte, helle Lehmputzwände überall, und wenn Holz, dann Eiche – ob als Bodenbelag, Einbaumöbel oder Basis der freistehenden Küchenanrichte. Nur ganz ausgesuchte Akzente durchbrechen effektvoll, aber stets harmonisch abgestimmt, das Konzept. Etwa die maßgefertigten Arbeitsplatten aus Nagelfluh, einem Konglomeratgestein aus den bayerischen Alpen. Auch die Haustechnik ist mit Designanspruch ausgewählt: Die matt grauen Schalter und Steckdosen aus stammen aus der Designlinie Gira E2. Weniger sichtbar sind die aktuellen Smart-Home-Komponenten von Gira: Ein Gira KNX System und ein Gira X1 Home Server vernetzen alle Funktionen von Licht und Belüftung bis zur Sicherheit. Als intuitive Bedienelemente für die Bewohner gibt es Bedienelemente wie den Gira Tastsensor 4.55 oder den Gira G1 als Multitouch-Zentrale. Alles aus einer Hand – und perfekt passend zum Wunsch nach weniger von allem, aber mehr Qualität.
Eine weitere Gira Referenz vom Architekturbüro Büro Wagner
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