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Gira weltweit: Unsere Schalter, Steckdosen und das Smart Home rund um den Globus.

Gira weltweit: Unsere Schalter, Steckdosen und das Smart Home rund um den Globus.

Wir sind die mit den Schaltern – und das weltweit. In welchen Ländern Gira aktiv ist, welche spannenden Unterschiede sich daraus ergeben und wie sich das Pandemiejahr 2020 auf die internationalen Märkte auswirkt, erklärt Gira Leiterin des Internationalen Marketings, Christiane Fastenau.

Gira Redaktion: Frau Fastenau, Sie betreuen in Ihrem Bereich 40 internationale Märkte. Wo sehen Sie das größte Wachstumspotenzial?

Fastenau: In Corona-Zeiten kann Gira insbesondere auf die historisch gut entwickelten Märkte wie z. B. Österreich oder die Niederlande zählen. Zudem hat sich der asiatische Markt in der Pandemiezeit relativ schnell wieder gefangen. Gerade hier findet ein wirtschaftlich getriebener Wandel statt, von dem viele ausländische Firmen profitieren können. Viele Konjunkturindikatoren zogen im dritten Quartal 2020 in China bereits wieder an.

Gira Showroome Cimen, Shanghai, China
Gira Showrooms helfen bei der internationalen Vermarktung der Gira Produkte. Wie hier der Showroom in Shanghai.

Gira Redaktion: Gibt es Produkte, für die es in einzelnen Ländern eine stärkere Nachfrage gibt als in anderen?

Fastenau: Das Geschäftsfeld Smart Home im Allgemeinen ist in allen Märkten ein guter Wachstumsmotor. Insbesondere der asiatische Markt ist für Smart-Home-Lösungen sehr aufgeschlossen. Der Trend hin zu smarten Lösungen steigt allerdings auch weltweit. Dies liegt an der wachsenden Mittelschicht und den steigenden Einkommen.

Die Bedienzentrale Gira G1 und der Smart-Home-Server Gira X1 sind in allen Märkten aktuell sehr vielversprechende Produkte. Beispielsweise in England haben KNX basierte Smart-Home-Lösungen zwar noch einen geringen Marktanteil. Dieser entwickelt sich jedoch stetig, da die Kunden sich immer mehr für smarte Gesamtlösungen entscheiden - eben alles aus einer Hand.

Smart-Home-Systeme wie die von Gira erfreuen sich einer stetig wachsenden Beliebtheit.

Gira Redaktion: Gibt es Produkte, die ausschließlich für bestimmte Länder angeboten werden?

Fastenau: Das trifft vor allem auf Steckdosen zu, denn trotz Globalisierung haben die meisten Länder noch immer einen eigenen Standard.  In Belgien ist das die CEBEC Steckdose, in Polen dto und Dänemark wiederum SCHUKO, Cebec und die dänische Steckdosen. Großbritannien verwendet die British Standard Steckdosen und setzt außerdem auf die Steckdosen-Varianten Cooker Switch und Fused Spur Switch. Steckdosen für internationale Systeme gibt es mit unterschiedlicher Sortimentstiefe in allen Gira Schalterprogrammen.

Typisch britisch: Die Gira Steckdosen sind an die Standards in Großbritannien angepasst.

Gira Redaktion: Gibt es auch unterschiedliche Produkte in anderen Ländern und inwiefern unterscheidet sich das Angebot des internationalen Marktes vom deutschen?

Fastenau: Die Märkte haben gar nicht eine so große Spreizung in den Sortimenten – Deutschland ist hier wohl eher die Ausnahme. Ein Beispiel ist die typische Schalter/SCHUKO Kombination. Ich kenne kaum ein anderes Land, in dem es üblich wäre, einen Schalter und eine Steckdose in einem Rahmen zu installieren.

Es kann vorkommen, dass wir in einzelnen Märkten nicht die entsprechenden Ländernormen erfüllen. Dann kann es zu Abweichungen kommen. Das tritt zum Beispiel bei funkbasierten Lösungen wie z. B. Gira eNet auf. Die Frequenzen sind manchmal bereits durch staatliche Stellen geblockt oder die Installation erfolgt in Unterputzdosen, die vom europäischen Standard abweichen – rechteckig statt rund – wie es in Großbritannien oder Singapur der Fall ist. Dann suchen wir Lösungen und passen unser Sortiment an.

Typisch deutsch: Die Kombination aus Schalter und Steckdose ist hauptsächlich in Deutschland verbreitet.

Gira Redaktion: Wie wird ein Produkt im Ausland gelauncht? Welche Marketing-Maßnahmen werden ausgeführt?

Fastenau: Die Maßnahmen sind in der Regel vergleichbar mit denen des deutschen Marktes. Wir nutzen sowohl klassische Medien wie Print als auch Events, Sponsoring etc. Dies geschieht mit einer auf den Markt abgestimmten Marketingstrategie, was die Inhalte, Botschaften, Zielgruppenansprache angeht. Im Idealfall wird eine eigenständige, auf das Land angepasste Kampagne entwickelt. Hier müssen nationale und natürlich kulturelle Unterschiede berücksichtigt werden. Doppeldaten wie der 11.11., dem sogenannten Bachelor‘s Day oder Singles Day, bedeuten in China immer besonders starke Interneteinkäufe – das sollte man wissen.

Gira Redaktion: Wie ist Ihre Beziehung zu den internationalen Kunden? Nehmen Sie kulturelle Unterschiede in der Kommunikation und im Kontakt wahr? Inwiefern äußern sich diese?

Fastenau: Die Kontakte sind durch eine langjährige Zusammenarbeit geprägt, wir pflegen einen kollegialen zum Teil freundschaftlichen Umgang. Die Wahrnehmung und Achtung der kulturellen Unterschiede sind das A und O – das ist die Basis für jeden guten Kontakt. Jedes Land ist dahingehend sehr verschieden. Das fängt für manche Ziele bereits mit der Reisegarderobe an, geht über die verschiedenen Begrüßungsarten der Kulturen und reicht bis hin zu den unterschiedlichen Gepflogenheiten am Esstisch. Jede Kultur ist individuell geprägt. Diese Vielfalt in der internationalen Kommunikation zu erleben macht Spaß und ist auch immer wieder spannend.

Gira Redaktion: Welches sind die wichtigsten internationalen Branchen-Events, auf denen auch Gira vertreten ist?

Fastenau: Leider hat die Pandemie das Reisen in 2020 weitreichend auf Eis gelegt. Das erste und letzte internationale Ereignis war die Messe Design Shanghai Ende November. Hier fand unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandregeln eine der führenden internationalen Designmessen in Asien statt. Wir freuen uns sehr, dass wir trotz der erschwerten Umstände dabei sein konnten.

Design Shanghai war 2020 die einzige für Gira relevante Messe, die stattfand.

Gira Redaktion: Vielen Dank für das interessante Gespräch und die Einblicke in Ihre Arbeit.