Ein Holz-Ziegel-Bau macht das Beste aus einem schmalen Grundstück | Architektur
Ein Holz-Ziegel-Bau macht das Beste aus einem schmalen Grundstück

Spektakulär schmal

Spektakulär schmal

Aufgabe perfekt gelöst: Ein nur 4,80 m breites, aber dafür langes Grundstück in Granollers bebaute das katalanische Büro Harquitectes mit einem Wohngebäude, das mit einer raffinierten Raumfolge und einer konsequenten Beschränkung auf Ziegel und Holz begeistert.

Fotografie

Adrià Goula

https://www.adriagoula.com/

Standort

Granollers, Spanien

Von der Not zur Tugend

Die Kleinstadt Granollers gehört zum Dunstkreis von Barcelona und weist in ihrer Innenstadt die typische spanische Blockstruktur auf. Im vorliegenden Fall durchschneidet ein nur 4,80 m breites Grundstück einen kompletten Block in Ost-West-Richtung. Zusätzliche Herausforderung: Der südliche Nachbar nutzt die erlaubte Bauhöhe von knapp 15 Metern vollständig und blockt damit über weite Teile des Tages das Sonnenlicht. Doch die Planer fanden die perfekte Lösung. Sie entwickelten eine vertikal wie horizontal besonders gegliederte Wohnlandschaft, die eine undankbare Ausgangslage zu einem Alleinstellungsmerkmal macht. Den Auftakt von der Straßenseite macht ein Entree in einen fast sakralen Wohnbereich. 14,60 m hoch, nutzt er die Baugrenzen voll aus und fängt über große Oberlichter das Sonnenlicht ein – ohne Beeinträchtigung durch die Nachbarbebauung.

Harquitectes

Based on the site conditions, we decided to make a house that would use all the height available to achieve solar collection "above" the neighbour. The building is divided into two very different parts: firstly, a very high vertical room with zenith solar capture avoiding the neighbour’s shadow, then a tower with a ground floor and three upper floors that shelter a single room on each level. This configuration allows occupying the floors of the house completely depending on the number of users, not having a feeling of empty rooms.

Harquitectes

Wohnbereich mit Turmflair: Das Tageslicht kommt durch Oberlichter in fast 15 m Höhe
Wohnbereich mit Turmflair: Das Tageslicht kommt durch Oberlichter in fast 15 m Höhe (Foto: Adrià Goula)

Von Wohnturm bis Garten

Direkt anschließend liegt der zweite Teil der Raumfolge. Wie ein Turm im Haus sind hier vier einzelne Zimmer übereinandergestapelt. Von einem Koch- und Essbereich im Erdgeschoss geht es über Treppen in drei Schlafzimmer vom 1. bis 3. Stock, vom Master-Bedroom über ein Kinderzimmer bis zum Gästezimmer ganz oben. Der Clou: Durch die Beschränkung auf jeweils einen Raum pro Etage gibt es in jedem Zimmer zwei Tageslichtquellen, eine aus dem turmartigen Wohnzimmer, die andere über Fenster oder kleine Balkone zur rückwärtigen Seite. Als nächster Teil der Sequenz dient ein als Patio ausgebildeter Innenhof, dem noch ein weiterer Gebäudeteil folgt. Denn die Nutzungsregularien erlaubten auf dem Grundstück die Errichtung eines Hilfsgebäudes, was die Planer gerne nutzten. So entstand ein zusätzlicher separater Mehrzweckraum, der gleichzeitig als Durchgang in die hinterste Einheit dient: den Garten. 

Linear und logisch: Blick vom Garten durch Mehrzweckraum und Patio zum Haupthaus
Linear und logisch: Blick vom Garten durch Mehrzweckraum und Patio zum Haupthaus (Foto: Adrià Goula)

Von der Vielfalt zur Einheit

Auch in puncto Baumaterial zeigt das Projekt Profil. Dafür nutzt es für die Gebäudehülle, die Wände der Außenbereiche und auch den gesamten Bereich des turmartigen Wohnzimmers ausschließlich rote, keramische Ziegel, die für strukturelle Stabilität sorgen und bei der Klimatisierung helfen. Die inneren Strukturen von Trennwänden bis Treppen und Einbaumöbeln sind hingegen aus CLT-Elementen gefertigt. Die konsequente Dualität der Werkstoffe wird ergänzt durch sichtbare, auf der Wand verlegte Installationen, die mit Schaltern und Steckdosen der Designline Gira E2 in der Variante Aufputz stilvoll betont werden. So zeigen die Architekten eindrucksvoll: Mit guten Ideen und Beschränkung aufs Wesentliche entstehen auch unter widrigsten Bedingungen Traumhäuser.

Holz trifft Ziegel trifft Geschmack: Ausgesuchte Materialien haben ihren eigenen Reiz
Holz trifft Ziegel trifft Geschmack: Ausgesuchte Materialien haben ihren eigenen Reiz (Foto: Adrià Goula)

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