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Solarenergie

2. Jul 2018

Autofahrer wollen Solarstrom tanken
Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft

Knapp ¾ der deutschen Autofahrer sind dafür, Solarenergie auszubauen, damit Elektroautos klimafreundlich mit Ökostrom fahren können. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, die der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in Auftrag gegeben hatte. Die Umfrage zeigt zudem, dass 90 Prozent der Autofahrer, die für eine Anschaffung eines Elektroautos grundsätzlich bereit sind, ihr E-Mobil am liebsten mit Solarstrom tanken würden. Lediglich acht Prozent ist es egal, aus welcher Quelle der Strom zum Laden des Elektrofahrzeuges stammt.

"Sinn und Erfolg der Elektromobilität hängen entscheidend von einem stärkeren Ausbau der Solarenergie und der Ladeinfrastruktur ab", so kommentiert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW, die Umfrage. Die u.a. auch belegt, dass für vier von zehn Autofahrern die Anschaffung eines Elektroautos eine Perspektive darstellt.

Aber natürlich gibt es auch Skeptiker, was die E-Mobilität angeht. Die entscheidenden Gegenargumente für sie sind die zu geringe Reichweite, ein fehlendes flächendeckendes Netz an Ladesäulen und der hohe Anschaffungspreis. Für ⅔ der befragten Autofahrer sind Förderprogramme für ein flächendeckendes Netz an Ladestationen das richtige Mittel, um Elektromobilität zu unterstützen. Mehr als jeder zweite Autofahrer spricht sich für höhere Kaufprämien und Steuerrabatte für Elektroautos aus und befürwortet eine schnelle Umstellung von öffentlichen Fahrzeugen auf Elektrobetrieb.

1. Jun 2018

Ideen für die Energiewende
China testet Solarzellen-Straße

"Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn …" Wer je dem Mega-Hit der Gruppe Kraftwerk gelauscht hat, bekommt ihn nicht mehr aus dem Ohr. Genial wie Text und Melodie die Monotonie schier endloser Autobahnfahrten in Töne und Wörter umsetzen: "Vor uns liegt ein weites Tal / Die Sonne scheint mit Glitzerstrahl." Und so mancher Automobilist dürfte sich genau in diesem Moment gefragt haben: Warum machen wir eigentlich nicht mehr aus unseren Autobahnen?

Das haben sich nun auch ganz ernsthaft chinesische Ingenieure gefragt. Und darauf eine nur auf den ersten Blick überraschende Antwort gegeben: Wir nutzen die Fahrbahn als Solarzellen-Straße – und damit als Stromproduzent. Das zumindest berichtet die Online-Ausgabe des Informations-, Nachrichten- und Medienunternehmens Bloomberg L.P.

Dabei ist diese großartige Idee den Forschern sogar nur „zweitrangig“ – in erster Linie kommt es ihnen darauf an, die 1 km lange Teststrecke mit Sensoren auszustatten, die den Verkehrsfluss kontrollieren. Über diesen Abschnitt in der Stadt Jinan (济南市) fahren etwa 45.000 Autos am Tag. Eingelassene Solarzellen erzeugen aber auch Strom, der auf der Strecke zur Straßenbeleuchtung genutzt werden kann und zugleich 800 Häuser versorgt. Besonders interessant: Mit der integrierten Technik sollen sogar Elektrofahrzeuge geladen werden können – während der Fahrt.

Wir finden diese Idee in doppelter Hinsicht bemerkenswert. Denn wenn es um regenerative Energien geht, ist Strom – erzeugt durch Solarenergie oder Windkraft – der zukunftsweisende Träger. Aber mit der Windkraft ist das so eine Sache: Windräder "verschandeln" nicht nur optisch die Landschaft, sondern sind zugleich Todesfallen für viele Vögel, so dass sie inzwischen etwas zynisch auch als "Vogelschredder" bezeichnet werden.

Nun sind zwar Straßen und Autobahnen ebenfalls keine Freunde der Landschaft, aber meist ohnehin schon vorhanden. Warum also sollte man sie nicht zusätzlich für die Stromerzeugung nutzen? Gut, das wird nicht überall möglich sein, das Frankfurter Kreuz und der Kölner Ring eignen sich eher nicht dafür, schon aufgrund ihrer verkehrsmäßigen Überlastung. Denn im Stau dringt kein Sonnenstrahl zu den Solarzellen in der Fahrbahn durch. Aber es gibt Autobahnstrecken, die zu bestimmten Tageszeiten wirklich wie leergefegt sind. Wer je um 11 Uhr von Landshut Richtung Deggendorf unterwegs war, weiß was wir meinen. Und in Bayern scheint die Sonne bekanntlich besonders häufig vom weiß-blauen Himmel …

Außerdem wäre mit einer Solarzellen-Straße das leidige Problem des Solartankens erledigt: kein beschränkter Radius mehr, keine lästigen Wartezeiten beim Aufladen der Batterien. Allerdings: Jede tolle Idee hat meistens einen Haken. In unserem Fall sind das die Kosten. Die Kosten in die Infrastruktur nämlich wären gewaltig. Einerseits. Andererseits: Baustellen auf Autobahnen gibt es ja zur Genüge. Warum also nicht gleich dort auch Solarzellen einbauen?

Jetzt schauen wir mal, wie sich die ganze Sache entwickelt und behalten die Teststrecke in Jinan auf jeden Fall im Auge. Vielleicht markiert sie ja den ersten Schritt in die Zukunft der wirklich nachhaltigen Energiegewinnung. Und vielleicht werden sich künftige Generationen fragen, wenn sie Kraftwerk in den "Oldies but Goldies" hören: Warum denn nicht gleich so?

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