Wir bringen Licht ins Dunkel: Schalterarten im Überblick | G-Pulse

Mit der Erfindung der Glühlampe begann die Ära einer weiteren Innovation: Erstmals zogen Lichtschalter im eigenen Haus ein. Die Lösung der ersten Stunde war der Drehschalter, den Sie im Uhrzeigersinn bewegen konnten, gefolgt von dem unter dem Putz montierten Kippschalter.

Heute gehören Wipp- oder Flächenschalter in jedem Gebäude zur Grundausstattung der Elektroinstallation. Darüber hinaus gibt es inzwischen zahlreiche smarte Schaltervarianten. Entdecken Sie Ihre Möglichkeiten und erfahren Sie, welche Schalterarten für welche Zwecke am besten geeignet sind.

Die klassischen Schalterarten

Ein-Aus-Schalter: Der Archetyp für die Lichtsteuerung

Der Prototyp eines Lichtschalters ist der klassische Ein-Aus-Schalter, mit dem Sie eine einzelne Leuchte steuern können.

Diese simple Variante ist meist direkt an einer Lampe oder deren Kabel integriert. Zum Einsatz kommt sie heute meist nur noch in kleineren Räumen wie Kellern oder im Gäste-WC.

Serienschalter: Geteilte Wippe für die doppelte Beleuchtung

Eine Weiterentwicklung ist der Serienschalter, mit dem Sie von einem Ort zwei Lampen steuern können. Dieser Doppel-Ausschalter besitzt zwei geteilte Schaltwippen, sodass Sie jede Lampe separat ein- und ausschalten können.

Praktisch ist diese Lösung in jedem Raum mit mindestens zwei Leuchtgruppen. In der Küche schalten Sie mit einer der Wippen zum Beispiel das Deckenlicht an, mit der anderen die Unterschrankbeleuchtung.

Schalterarten, Senic Friends of Hue Smart Switch im Gira E2 Design
Für Philips-Hue-Fans: Der Senic Friends of Hue Schalter im Gira E2 Design funktioniert ohne Kabel oder Batterie. Quelle: Senic

Wechselschalter: Praktische Schalterart für Flure und Wohnräume

Eine der gebräuchlichsten Varianten auf dem Markt ist der Wechselschalter, der im Prinzip genauso funktioniert wie Ausschalter – mit dem Unterschied, dass Sie mit dieser Variante ein Licht von zwei Orten steuern können. Für eine Leuchte gibt es also zwei Schalter an zwei unterschiedlichen Stellen. Doppel-Wechselschalter (oder auch Wechsel/Wechselschalter) sind ebenfalls mit einer Doppelwippe ausgestattet und nutzen zwei Stromkreise, die voneinander getrennt angesteuert werden. So können Sie zwei Wechselschalter in einer Unterputzdose integrieren und sparen sich den Platz für einen weiteren Rahmen.

Diese Schalterart wird vor allem in Wohnräumen eingesetzt und ist überall dort sinnvoll, wo Sie ein Licht von zwei Orten bedienen möchten, zum Beispiel in langen Fluren oder Treppenaufgängen.

Kreuzschalter: Lichtsteuerung von mehreren Orten

Kreuzschalter kommen ebenfalls häufig in Fluren und größeren Wohnbereichen zum Einsatz. Mit dieser Schalterart können Sie eine Lampe von drei oder mehreren Orten ausschalten. Praktisch ist das beispielsweise in Schlafzimmern mit einem Lichtschalter an der Tür und jeweils einem weiteren auf jeder Bettseite.

Schalter mit speziellen Zusatzfunktionen

Kontrollschalter: Kleine LED im Schalter weist den Weg

In Fluren vieler Mietshäuser sowie in öffentlichen Gebäuden finden Kreuz- und Wechselschalter auch häufig mit einer praktischen Zusatzfunktion Verwendung:

Hier dienen sie mit einem integrierten Lichtelement in der Schalterfläche als Kontrollschalter. Die kleine LED-Leuchte gibt bei Dunkelheit Orientierung, damit Sie den Schalter besser finden, kann aber – zum Beispiel neben Badezimmern und Toiletten – auch darauf hinweisen, ob der Raum besetzt ist.

Taster, Tastschalter oder Schalter?

Optisch unterscheiden sich Taster und Schalter kaum voneinander, der Unterschied steckt im Detail. Drücken Sie einen Schalter, geht das Licht an und erst wieder aus, sobald Sie den Schalter wieder zurück zur anderen Seite betätigen. Bei einem Taster fließt der Strom nur solange Sie den Taster gedrückt halten. Die Schalterwippe springt in ihre Ausgangsposition zurück, sobald Sie den Taster loslassen.

Daher wird diese Art meist als Lichtsignal, Klingel oder Türöffner eingesetzt. Tastschalter kombinieren die Eigenschaften beider Schalterarten: Nach einem kurzen Drücken bleibt das Licht zwar an, die Taste springt aber beim Loslassen in die ursprüngliche Position zurück. Der Unterschied zum Schalter besteht also darin, dass die Wippe des Tastschalters immer auf der gleichen Seite steht, egal, ob das Licht ein- oder ausgeschaltet ist.

Dimmschalter: Helligkeit nach Maß und individuellem Bedarf

Moderne Schalter können längst mehr als die Ein-Aus-Steuerung der Beleuchtung. Dimmschalter, bei denen Sie mit einem Drehregler die Helligkeit des Lichts individuell regulieren, finden heute in vielen Wohnräumen Anwendung. Noch einen Schritt weiter gehen Sie mit modernen Touch-Oberflächen:

Der Gira System 3000 Touchaufsatz kombiniert das klassische Ein- und Ausschalten mit komfortablen Dimmfunktionen. So können Sie die Funktion nicht nur mit einer kurzen Berührung aktivieren oder abschalten, sondern per Fingerwisch auch die Feinjustierung. So können Sie die Beleuchtung je nach Helligkeitsbedarf und gewünschter Lichtstimmung anpassen.

Automatikschalter: Sensoren bringen Bewegung in die Lichtsteuerung

Eine praktische und besonders energiesparendere Lösung sind Automatikschalter in Form von Bewegungs- und Präsenzmeldern. Diese aktivieren das Licht ab einer bestimmten Uhrzeit oder einem bestimmten Helligkeitswert nur bei sensorisch erfassten Aktivitäten und schalten es nach einer definierten Zeit wieder aus.

Verwendung finden sie sowohl im Außenbereich, sodass zum Beispiel die Einfahrt oder der Hof bei Ihrer Ankunft automatisch beleuchtet wird, als auch in Innenräumen, in denen Personen sich in der Regel nur kurzzeitig aufhalten, etwa im Flur, Keller oder der Garage.

Dämmerungsschalter: Automatisch mehr Licht im Dunkel

Eine automatisierte Alternative für den Außenbereich sind Dämmerungsschalter, die komplett ohne manuelle Steuerung oder Zeitschaltung auskommen.

Sie schalten eine Lichtquelle am Abend selbstständig ein, sobald das Tageslicht einen definierten Helligkeitswert unterschreitet. So bleibt zum Beispiel der Hauseingang die ganze Nacht beleuchtet, bis Sensoren bei morgendlicher Dämmerung den Befehl geben, das Licht wieder auszuschalten.

 

Komfort auf Knopfdruck – auch bei der Jalousiesteuerung

Mit einem Jalousieschalter können Sie motorengesteuerte Sicht- und Sonnenschutzvorrichtungen wie Rollladen, Jalousien und Markisen einzeln ansteuern. In der Regel geben Sie den Aufwärts- oder Abwärtsbefehl für die Jalousiesteuerung über eine geteilte Schalterwippe, die häufig mit Pfeilsymbolen gekennzeichnet ist. Vorteil dieser Variante ist, dass die Jalousie nach einem einmaligen, kurzen Drücken vollständig in die Endposition fährt.

Einen Jalousietaster müssen Sie hingegen während des Hoch- und Runterfahrens durchgängig gedrückt halten. Die Taster-Variante bietet sich daher nur an, wenn Sie eine Zentralsteuerung für Fenstergruppen nutzen und einzelne Jalousien dieser Gruppen steuern möchten.

Smarte Schalterarten für mehr Wohnkomfort

Smarte Schalterarten: Intelligente Lichtsteuerung im Smart Home

Im Smart Home hat die Funktionalität der Schalter eine neue Dimension angenommen. Nach mechanischen Zeitschaltern zum Drehen zogen in modernen Eigenheimen elektronische Zeitschaltuhren ein, mit denen Sie Tages- oder Wochenprogramme speichern.

So können Sie Funktionen unterschiedlicher Geräte und Systeme automatisieren, beispielsweise das Licht zur Anwesenheitssimulation, aber auch Jalousien oder die vernetzte Bewässerungsanlage im Garten.

Vom Tastschalter zum Touchpanel: Licht per Fingertipp

Das typische „Klack“ und „Klick“ ursprünglicher Schalterarten hören Sie heute schon seltener, denn längst können Sie Schalter auch via Funk oder per Sprachbefehl steuern.

Immer öfter übernehmen außerdem Bedienelemente wie Touchpanels die Funktionen klassischer Schalter im Smart Home. Dafür ist aber zusätzliche Technik wie ein KNX-System im Hintergrund notwendig.

Der neue Gira Tastsensor 4: „Schalter" der Zukunft

Maximale Kontrolle über Ihr KNX System bietet zum Beispiel der neue Gira Tastsensor 4. Je nach Ausführung können Sie bei diesem Tastschalter bis zu acht individuelle Funktionen rechts und links speichern und diese mit einem Tastendruck abrufen.

Steuern können Sie damit im Anschluss zum Beispiel Beleuchtung, Musikanlage, Jalousien und Heizung. Dank des minimalistischen Designs fügt sich der smarte Tastschalter in alle Wohnstile optisch nahtlos ein und wird zum Hingucker and der Wand.

Die wichtigsten Lichtschalter-Typen auf einen Blick:

  • Ein-Aus-Schalter: eine Leuchte – ein Schalter

  • Serienschalter: mehrere Leuchten (in der Regel 2-3) – ein Schalter (geteilte Wippe)

  • Wechselschalter: eine Leuchte – zwei Schalter (Steuerung von zwei Orten)

  • Kreuzschalter: eine Leuchte – drei oder noch mehr Schalter

Komplett von der Bildfläche verschwinden werden Schalter so schnell nicht. Immerhin können die Bedienelemente an der Wand mit dem passenden Schalterprogramm auch ein echtes Design-Highlight sein und die Gestaltung Ihrer vier Wände stilvoll abrunden.

Smarter Rundum-Komfort für Ihr Zuhause

Sie wünschen sich noch mehr Komfort in Ihren eigenen Wänden? Tipps und Inspirationen für die technische Ausstattung bietet der Gira Home Assistant. Über den Online-Konfigurator bekommen Sie eine erste Preiseinschätzung und Kontaktdaten von drei Elektrofachbetrieben in Ihrer Nähe. Dabei sind die Angebote ganz auf Ihre Wohnsituation und individuellen Wünsche ausgerichtet – von smarten Schaltern bis hin zu vollumfänglichen Systemen.

Oder möchten Sie es noch genauer wissen, Systeme vergleichen und verstehen wie smarte Technik funktioniert? Unser Smart-Home-Ratgeber beantwortet alles, was Sie wissen müssen. Das PDF-Dokument mit den wichtigsten Informationen und alltagsnahen Anwendungsbeispiele können Sie hier kostenlos herunterladen.